Jugendschnellschachturnier Kreuzberg mit reger GWB-Beteiligung

VIVA LUISE ! ! !

Am Samstag den 10.10.2009 fand beim SC Kreuzberg ein Jugendschnellschachturnier (7 Runden Swiss a 15 Minuten), u18 bis u8, in einer Gruppe gespielt, aber getrennt bewertet statt.

Die „wahre Heldin“ des Turniers war für mich eindeutig Luise Schnabel. Am Anfang hagelte es noch Nullen, dann kam das „0er-Duell“ Luise gegen Luca Eichner, welches Luise gewinnen konnte und dann ging es steil bergauf („der Damm war gebrochen!“). Insgesamt kam Sie dann noch auf 2,5 Punkte !!! (ohne Spielfrei, den es waren glatte 30 Teilnehmer) aus 7 Runden, wobei durchaus noch mehr drin war, denn in einer Partie hatte Sie schon zwei Damen, hat den Gegner jedoch Patt gesetzt. Aber absolut SUPER ! ! ! – großes Lob für Sie !!!

Georg Henke hat auch sehr gut gespielt, sein kritischer Punkt war die Partie der 2. Runde gegen Jirawat, wo Jirawat mit richtigem Läufer und Freibauern (wäre somit auch zur Dame durchgegangen) gegen den blanken König von Georg spielte, aber durch Zeitüberschreitung von Jirawat konnte Georg die Partie noch ins Remis retten. Danach hat Georg jedoch für die absolute Überraschung des Tages gesorgt, in dem er Jan Paul Cremer (der unbedingt ein Dauerschach vermeiden wollte) Matt setzte und damit die Nr. 3 der Setzliste besiegte!

Jirawat kam irgendwie mit der Bedenkzeit nicht klar! Gleich in der 1. Runde musste er gegen die Nr. 1 Georg Kachibadze (2200) ran, hat sich gegen diesen „ÜBER-Gegner“ jedoch gut verkauft. Danach kamen dann erstmal fast nur Lokalderby`s. Gegen Georg Henke hat Jirawat trotz absoluter Zeitnot super gespielt und wie oben beschrieben ein totales Gewinnendspiel erreicht, dann kam allerdings doch die Zeitüberschreitung und diese Partie ging Remis aus.

Danach gewann er gegen Luise Schnabel und musste unmittelbar danach gegen Bennett Schnabel spielen. Gegen Bennett stand Jirawat zunächst auch auf Gewinn, aber auch hier war seine Zeit extrem kritisch, was dazu führte, das er später einen Turm einstellte und verlor. Gegen Enrico Eichner hat Jirawat dann souverän gewonnen und dann musste er gegen den frustrierten Jan Paul Cremer (hatte gerade gegen Georg Henke verloren) spielen, der diesmal jedoch souverän blieb und Jirawat „abfrühstückte“. In der letzten Runde war nochmal mehr drin, Jirawat hatte eine gute Stellung, aber nur noch eine Minute auf der Uhr, während sein 14 jähriger Gegner noch 9 Minuten hatte, am Ende ZÜ und verloren. Zum Schluß blieb eine riesige Buchholz-Wertung, aber nur 2,5 Punkte und Platz 23. Dennoch war ich mit seinen Partien sehr zufrieden!

Bennett spielte zum Ende hin richtig stark und sicherte sich damit Platz 1 in der u8-Wertung, da in der letzten Runde alle seine Mitkonkurrenten (Hüls, Shoipov, Jirawat) ihre Partien verloren, während er den vollen Punkt machte. Was Bennett jedoch noch dringend beherzigen muß, er sollte keine Eröffnungen spielen, dessen strategisches Konzept er nicht versteht (der gleichen Meinung ist übrigens auch Ralf Schnabel), wie z.B. die Aljechin-Verteidigung, wo er gleich im 3. Zug einen kapitalen Fehler beging!

Maximilian Hüls hat auch sehr schöne Partien gespielt, unter anderem ein Sieg gegen Katharina Du und Kilian Damerow sowie eine klar bessere Stellung gegen Margarita Kostre, (mit schönem Angriffsopfer) die er zum Ende hin jedoch leider noch verlor. Aber insgesamt hat Maximilian Hüls wirklich einen starken Eindruck hinterlassen! (3,0 aus 7).

Das Gesamtturnier gewann Georg Kachibadze mit souveränen 7 aus 7, auf Platz 2 und 3 folgten Alexei Kropman und Leonid Sawlin mit jeweils 5,5 (das waren dann auch die drei Hauptpreisträger). Die u10-Wertung gewann Moritz Greßmann, die u8-Wertung wie oben genannt Bennett Schnabel. Bestes Mädchen wurde Margarita Kostre. Es gab noch eine u18 und u14-Wertung, dessen Sieger ich jedoch jetzt nicht mehr im Kopf habe.

Kleines Kuriosum zum Abschluß, am Ende waren Jirawat Wierzbicki (23. Platz) und Luise Schnabel (24. Platz) punktgleich, allerdings mit dem sagenhaftesten Abstand in der Buchholz-Wertung, den ich jemals gesehen habe, Jirawat hatte 26,5 Buchholz und Luise 15,5 (eine Distanz von 11 Buchholz-Punkten).

Gesamt-Fazit: Es hat allen Beteiligen Spaß gemacht!