Wieder ein gelungenes Trainingslager!
Das große Wagnis
Irgendwie war es schon im Vorfeld ein Wagnis, aber auch eine Herausforderung, mit immerhin 35 Kindern ein Trainingslager zu absolvieren. Allein davon waren 16 Kinder vereinslos. Sie durften das 1. Mal richtige "Trainingsluft" schnuppern. Große Finanzielle Unterstützung bekamen wir diesmal von der BVV Treptow. Dafür jetzt schon mal ein Dankeschön an alle Befürworter! Ich kann versichern, dass dieses Trainingslager ein absolut voller Erfolg war! Natürlich geht das Alles nicht ohne ein tolles Betreuerteam. Mit von der Partie waren wir drei Trainer (Mietzelfeldt, Bara und Rätsch), Diana Tscheuschner (Mama von Georg) als Rettungsschwimmerin, Dörte Günter (Mama von Paul) und Rico Buczko (Papa von Denis und Floh) und unsere beiden Jugendlichen Tino Stöckel (Jugendsprecher) und Alexander Prum. Im laufe der 7 Tage sind wir zu einem wirklich gut eingespielten Team zusammen gewachsen! Besonders der Ideenreichtum unserer beiden Frauen brachte mehr Abwechslung auf den Tagesplan. Flexibel wurde er manchmal, nicht nur Wetterbedingt kurzer Hand verändert.
Die Einzelheiten...
Los ging es am Sonntag dem 31.Juli 2005. Der Großteil der Teilnehmer traf sich am S- Bahnhof Baumschulenweg. Das Gepäck wurde sogleich im bereitstehenden "Robben&Wentjes" verstaut. Rico brachte dann das Gepäck direkt ins Lager. Nach einem kleinen Geburtstagsständchen für Vanessa Noack marschierten wir vorzeitig zum Bahnsteig, da ab Adlershof Schienenersatzverkehr bis Wildau bestand. Wir mussten doch dringend unseren bestellten Bus in Königs Wusterhausen erreichen. Alles klappte hervorragend. Pünktlich zur Mittagszeit waren wir im Lager angekommen. Auch Gerhard war mit seinem Auto und einem Teil der Materialien (Bretter, Uhren, Figuren usw.) bereits angekommen. Rico und Beifahrer Tino warteten ebenfalls schon ungeduldig. Nach dem Mittag gab es eine kleine Kurzunterweisung und anschließend bezogen wir das "Storchennest". Jedes Zimmer bekam einen schönen Namen (ausgedacht von Gerhard). Zwischenzeitlich änderten sich die Namen der Betreuerzimmer. So hieß zum Beispiel das Zimmer von Tino und Alex zunächst "Zauberbuchte" , später aber "Ganztagskita - Latsch und Bommel e.V."! Das war der Anfang von Gegenseitig kleinen "Betreuerstreichen".
Hier der Zimmerüberblick
Nach dem Beziehen der Zimmer und der Herstellung der Ordnung war bis 16.00 Uhr Freizeit. Fast alle nutzten die Zeit um sich in die Fluten des Hölzernen Sees zu stürzen. Später gab es festgelegte Badezeiten. Diana und Dörte waren zu diesen Zeiten am Strand präsent. Man musste sich nur An- und Abmelden. 16.00 Uhr stieg die erste "Schachaktivität". Die ersten beiden Runden Schnellschach (insgesamt gab es 11 über die Woche verteilt) standen auf dem Programm. Schon war es 18:00 Uhr und es gab Abendbrot. Danach wurden in 4 verschiedenen Gruppen, Vereinsmeisterschaft, Simultan, verschiedene Aufgaben gelöst bzw. Training am PC mit dem Programm Chess-Tutor absolviert. Zu 20.30 Uhr war unser "Kino" aufgebaut. Für die technischen Dinge war unser André zuständig. Auf dem Programm stand "Shrek" I. Teil. Durch ein kleines Versehen flimmerte der II. Teil über die selbst konstruierte Leinwand. Gegen 22.30 Uhr war Nachtruhe und der 1.Tag Geschichte. An weiteren Abenden zeigten wir noch den Zeichentrickfilm "Madagaskar" und Geschichten von Mr. Bean.Die Woche über ...
Jeder Tag begann 7.00 Uhr mit dem Wecken und anschließendem "Morgensport", der darin bestand ein wenig durch den Wald zu laufen und Holz für unser geplantes Lagerfeuer zu sammeln. An 2 Tagen regnete es und die "Holzaktion" fiel ins Regenwasser inklusive "Morgenspaziergang". Gegen 8.30 war Morgentoilette, anschließend ging es immer Punkt 8.00 Uhr zum Frühstück. So, oder ähnlich liefen die meisten Tage ab. Am Montag stand zu 9.00 Uhr VMK, Themapartien und Studium auf dem Tagesplan. Die Kinder wurden in Trainingsgruppen nach Schwierigkeitsgrad aufgeteilt. Alle bekamen ihrer Gruppe entsprechend Diplomhefte zugeteilt. Gruppe 1- Turmdiplom, Gruppe 2- Läuferdiplom, Gruppe 3- Springerdiplom, Gruppe 4 und 5- Bauerndiplom. Bei schönsten Sonnenschein machten sich ein Teil der Kinder an die ersten Aufgaben in den Diplom-Heften. Bis 12.00 Uhr waren alle VMK- Partien und das 1. Heft-Studium beendet. Nach dem Essen gab es Schnellschach Runde 3/4. Mittlerweile sind wir mit den Tischen und Bänken nach drinnen umgezogen. Einerseits wegen den Mücken und andererseits wegen dem sich anbahnenden Regenschauer. Während der anschließenden Freizeit begannen auch die Vorrunden des Tischtennis- Turniers unter Federführung von Dörte und Diana. Bis Donnerstag sollten die 6 besten TT-Spieler ermittelt werden. Um 16.30 Uhr stand Gruppentraining auf dem Tagesplan. Alle Gruppen erhielten bis Donnerstag insgesamt 7x Gruppentraining á 45 Minuten. Im Gruppentraining waren enthalten 25 Minuten Theorieteil (das jeweilige Diplomthema) und 20 Minuten Selbststudium. Wir Trainer "wanderten" dabei für unseren Theorieteil von Gruppe zu Gruppe. So hatte jede Gruppe mind. 2x bei jedem Trainer ein anderes Thema. Für die Studiumszeit waren Dörte, Diana und Rico im Gruppentraining mit eingebunden. Tino und Alexander hatten die ganze Woche über unsere Gruppe 6. Zur Gruppe 6 gehörten Dario und Florian (beide 5 Jahre). Auf dem Programm standen die einfachsten Grundregeln, vom Kennen lernen des Schachbrettes bis hin zu den Zugmöglichkeiten der Figuren und einfachsten Mattaufgaben. Am Montagabend gab es noch das einzige Blitzturnier des Trainingslagers. Hier wurde eine Teilnahme freigestellt. So spielte z. Bsp. Clara als einziges Mädchen mit und gewann prompt den Mädchenpreis. Fast jeden Abend las Gerhard den kleinen Geschichten vor. So vergingen die Tage ... Essen, Training, Freizeit, Turniere, essen, Training, Freizeit, zwischendurch mal schlafen.
Am Donnerstag war alles anders...Nach dem Frühstück war ein Vergleichskampf mit den Schachkindern von Empor Berlin vorgesehen. Sie waren wie wir seit Sonntag im Lager, reisten aber am Donnerstag Nachmittag bereits ab. Im Vorfeld hatten wir einen Dreierkampf verabredet: Schnellschach (8 Bretter), TT-Turnier (die besten 6 Spieler) und 2x 25 Minuten Fußball (alle die mitmachen wollten). Fotos hier. Nur so viel: Schach haben wir knapp mit 3:5 verloren (eine Gewinnstellungen wurde vermasselt), Fußball ging knapp mit 5:4 für uns aus, und beim Tischtennis ging es ganz eng zu. Nach einem 6:6 mussten die jeweils Zweitbesten ein Stechen über 5 Gewinnsätze (11 Punkte) spielen. So traten sich Julius Reischauer und Lukas Tong im fairen TT-Wettstreit gegenüber. Lukas gewann klar in 3 Sätzen.
Eie Bootsfahrt die ist lustig...
Nach dem freundschaftlichen Wettstreit mit den Spielern von Empor und nach dem leckeren Mittagessen haben wir das anstehende Gemeinschaftstraining gestrichen. Die Sonne schien so herrlich und uns war klar, hier muss das Training ausfallen. Der Spaß ist genauso wichtig. Fast Alle nahmen dann an unserer herrlichen Bootsfahrt teil. Gerhard fuhr mit einer Gruppe Dampfer, Hendrik und Peer bekamen ein Kanu, der Rest verteilte sich in 4 Ruderboote. Da unsere Kampf-... äh Rettungsschwimmerin mit von der Kahnpartie war, durfte in der Mitte des Sees vom Boot aus ins Wasser gesprungen werden. Das war ein echter Gaudi! Zuvor unternahmen einige eine zünftige Enterschlacht, wobei keine Klamotte trocken blieb.
Marshmellos am Spieß
Der Donnerstag war sicherlich mit der schönste Tag während des Aufenthaltes am Hölzernen See.
Nach dem Abendbrot gab es noch 2 Runden Schnellschach (9/10). Anschießend gingen wir in den "Freizeitgarten" um am Lagerfeuer die von unseren Frauen besorgten Marshmellos zu brutzeln. Soll wohl süß und lecker schmecken (nix für mich). Zunächst hatten wir Schwierigkeiten unserem noch leicht feuchten Holz (lag eine Nacht bei Regen draußen) mit Hilfe eines Feuerzeuges ein paar Flammen zu entlocken. Mit Hilfe von Propan ging es dann endlich (hat aber auch ganz schön lange gedauert).
Langsam wurde es auch schummrig-dunkel. In dieser gemütlichen Atmosphäre (am mittlerweile lichterloh brennenden Lagerfeuer) hielten wir unsere 1. Siegerehrung (Blitz und Tischtennis- Turnier) ab. Bester TT-Spieler wurde Paul Spilke der sich die schöne TT- Medaille einheimste. Das Blitzturnier gewann Georg vor Alex Prum und Tino. Hannes wurde bester Vereinsloser. Fabian Bressel wurde Sieger beim Würfelschach.
Ein gelungener Tag fand einen würdigenden Abschluss!Die Nachtwanderung
Doch so ganz vorbei war der Tag noch nicht... Das Betreuerteam hatte sich eine Nachtwanderung ausgedacht. Zunächst mussten alle ganz gewöhnlich ins Bett. Zwei Minuten nachdem wir überall das Licht ausgeschaltet hatten, schrillte meine Trillerpfeife durch den Gang, begleitet mit der Aufforderung "Alles wieder Anziehen zur Nachtwanderung". Die Überraschung war gelungen! Alle streiften gleich über die Schlafsachen ihre Kleider, bewaffneten sich mit Taschenlampen und los ging es. Unsere Helfer waren schon im Wald untergetaucht und versteckten sich in der Nähe des Weges den wir später dann im stockdunkeln entlang marschierten. Gerhard erzählte beim Gehen eine gruslige Geschichte (hatte dabei ein Funkgerät an). An den richtigen Stellen kamen dann die unmöglichsten Geräusche aus dem Wald. Die Großen aus der "Würfelbude" spielten die Wölfe und heulten recht unheimlich. Dörte spielte den Paart einer in weiß gekleideten Fee, welche plötzlich tanzend unseren Weg kreuzte. Tino war der Kettenrassler und Alexander bediente das Gegen-Sprechgerät. Nachdem ich Dario (er klammerte sich ängstlich an mich) erklärte wer alles den Spuk veranstaltet, faste er sofort wieder Mut. Als die Fee den Weg kreuzte, sagte er spontan "ach Ihr braucht keine Angst haben, das ist doch Dörte"! Nach der Wanderung erklärte er jedem stolz, dass er der Einzige war der sich überhaupt nicht fürchtete. Nach etwa einer knappen Stund lagen alle wieder friedlich im Bett.
Der Diplom- und Sportfesttag
Alle Kinder sind nach 7x Gruppentraining und Studium (manch einer auch in seiner Freizeit!) bestens auf die Diplome vorbereitet. Am Freitag- Vormittag gab es noch eine gemeinsame Fragestunde. Im Anschluss wurde das Diplom geschrieben. Wir hatten dazu extra in einen der großen Räume im Gebäude des Speisesaals Quartier bezogen. Die Turmdiplom- Gruppe absolvierte die "Prüfung" im Clubraum des "Storchennestes". 90 Minuten hatten alle Teilnehmer dafür Zeit. Wer fertig war, musste den "Prüfungsraum" verlassen und hatte Freizeit. Dario und Florian wurden separat von Alex und Tino mündlich und am Schachbrett gefordert . Beide schafften das "Sonderdiplom" mit Bravur!
Auch alle Anderen haben ihre Diplome geschafft. Manch einer grad so mit den erforderlichen 60 von 100 Punkten. Vier Schachfreunde aber haben die volle Punktzahl erreicht! Darunter Julias Reischauer mit dem schwersten, dem Turmdiplom! Für diese tolle Leistung bekam er zu recht die Medaille für das "Beste Diplom"!
Nach dem Mittagessen war noch einmal Zeit den Strand aufzusuchen. Immerhin war auch am Freitag herrliches Wetter. Während wir Männer die Diplome auswerteten, bauten Diana, Dörte, Tino und Alex die Stationen für unser kleines Sportfest auf. Diana hatte alles geplant, schicke Laufzettel erstellt und herrliche Urkunden kreiert. Nach Kurzer Einweisung ging es dann an 10 Stationen an den Start. Nach fast 2 Stunden hatten alle Kinder die einzelnen Stationen durchlaufen. Gewertet wurden je nach Disziplin Schnelligkeit und Anzahl im Zeitrahmen von 30 Sekunden.
Am Abend nun gab es dann die feierliche Übergabe der Diplome, Sportfesturkunden, Pokale und Preise.Die Krönung
Eine tolle Überraschung war zum Schluss der gemeinsame Auftritt der Mädchen mit Gerhard Mietzelfeldt. In Schachkleidung eingekleidet, jede eine Rose in der Hand krönten Sie Michael Rätsch zum König des Lagers. Dabei sprach Gerhard feierliche Worte. Diese Krönung nahm ich aber stellvertretend für Dörte, Diana, Gerhard, André, Rico, Tino, Alex , Frau Kümpfel, Frau Hoffmann, den Sportausschuss von Treptow, die gesamte BVV, Frau Waßmann, den Schulleiter Herrn Hagelstange, den Hausmeister Herrn Schmiedl und die vielen weiteren Helfer vor-, während- und nach dem Trainingslager an. Ohne Sie wäre eine solche phantastisches Woche undenkbar gewesen. Dankeschön!!
Rückblick -
Krankheitsfälle und weitere unglaubliche VorfälleBereits ab Montag trieb ein Magen- Darmvirus bei uns sein Unwesen. Opfer wurden Johannes Gäde und Alexander Prum. Zum Glück die einzigen Fälle. Johannes musste leider vorzeitig das Lager verlassen. Alexander hielt tapfer durch, spielte sogar in völlig indisponierter Verfassung (mit Fieber und ständiger Sprungbereitschaft Richtung Toilette) seine Turnierpartien im Blitz- und Schnellschach weiter. Nach 2 Tagen war dieser Spuk vorbei.
Doch noch weitere unglaubliche Vorfälle gab es im "Storchennest". Ab Mittwoch war der Schlüssel von "Getränke Hoffmann" verschwunden. Keiner hatte oder fand ihn. In der Nacht drauf musste ich mal dringend... Die Tür war wie von Geisterhand verschlossen, eine Tonne für Notdurft stand im Raum und Notverpflegung war freundlicherweise bereitgestellt. Mir blieb nur der Sprung aus dem Fenster! Nachts schlief ich einmal sehr unruhig, lag wohl an den vielen Schachfiguren unter dem Bettlaken. Dreist waren die Geister, als sie zugange waren und eine meiner Hosenbeine zunähten... Auch bei den Frauen spielten sich ähnliche Vorfälle ab. Zeitweise roch es da Tagelang wie im Mazedonischen Parfümladen. Gingen die Frauen in den Waschraum, stürzten, woher auch immer, Wasserbecher auf sie hernieder. Tagelang liefen beide Frauen mit verschiedenen Schuhen umher, da passende Paar nicht zu finden waren. Ach übrigens, Diana hat furchtbare Angst vor gefährlichen Hunden oder Wölfen, die offensichtlich um den Hölzernen See ihr Unwesen treiben. Lautes Scharren und Knurren veranlasste Sie die schöne Sonnendecke vor einem der Zelte schlagartig zu verlassen. Schreiend und kreischend suchte Sie das Weite (Dörte hinterher). Wir konnten leider diese gefährlichen Bestien nicht einfangen. Auch bei Tino und Alex gab es merkwürdige Dinge zu beobachten. Zahnpasta war plötzlich nicht mehr Zahnpasta, Sachen verschwanden urplötzlich und viele weitere ungewöhnliche Dinge geschahen da im Haus. Irgendwann hatten die Geister und Gespenster aber die Nase voll und verschwanden (wohl bis zum nächsten Jahr). Eigenartigerweise blieb aber die "Schatzkammer" verschont.Jedenfalls hat das Betreuerteam beschlossen im nächsten Jahr der Sache auf den Grund zu gehen!
Gespenster und Geister des "Storchennestes" wir kommen (vorbereitet, versteht sich) wieder!Euer Michael