Schachtage 2001
der Kinder-und Jugend

Wie in den vergangenen Jahren planten wir auch für dieses Jahr einen schönen Abschluss der Saison. Abermals gab es in der letzten Ferienwoche Spaß, Spiel, Kultur und viele Überraschungen zu erleben.

Hier der Bericht über die " Schachtage" der Grün-Weißen vom 29.08. - 01.09. 2001

1.Tag (29.August)

Ein Besuch bei unserer Sponsorfirma "fast-part GmbH" stand als erstes auf dem Programm. Wir trafen uns (Gerhard Mietzelfeldt, Michael Rätsch, Francis Muche, Falko Brandt, René Brandt, Ilya und Wladimir Sharenkov und Jens Hoffmann) 9.00 Uhr an der Sonnenblumen GS und fuhren gemeinsam mit der S-Bahn bis Mehrower Allee. Dort angekommen, gesellten sich noch Tino, Tristan und Frau Stöckel hinzu. Nun waren es nur noch wenige Meter bis zur Firma.

Begrüßt wurden wir von Frau Wassmann (Frau Wassmann ist eine von drei Geschäftsführern), welche uns dann fast 90 Minuten durch die Firma führte und uns viele interessante Details der Fertigung von speziellen Prototypen aller Art zeigte.

Im Anschluss an die "Betriebsbesichtigung" bekamen wir noch reichlich Getränke serviert, und jeder konnte sich ein kleines Firmenpräsent mit nach Hause nehmen. Als Dank-Geschenk für die bisherige tolle Unterstützung überreichten wir ein selbstgemachtes grün-weißes Schachbrett mit Fotos von unseren Kindern und Jugendlichen beim Training. Als Anhang gab es noch einen Wimpel und ein klitzekleines Schachbuch mit allgemeiner Spielanleitung dazu.

Nach diesem interessanten Vormittag überkam uns der Appetit. Unweit der Firma kehrten wir hungrig bei Mc Donalds ein und verließen die herzhafte Einrichtung nach ca. eineinhalb Stunden. Unser nächstes Ziel war das "Le Promp" in Marzahn. Nach demokratischer Abstimmung kauften wir uns Kinokarten für den Film "Final Fantasy". Dieser Film war nicht jedermanns Geschmack gewesen, technisch jedoch (war total computeranimiert) sehr interessant.

Im Anschluss kehrten wir "Heim" in die Sonnenblumen GS. Freizeit war angesagt. Einige spielten Fußball, Schach oder Tischtennis. Gegen 20.00 Uhr gab es in der Schulcafeteria einen reichlich gedeckten Tisch zum Abendessen. Es galt sich für das Blitzturnier zu stärken. Das begann dann so gegen 21.15 Uhr und war gegen 23.00 beendet. Als Sieger ging Ilja hervor, Tristan und Tino teilten sich die Plätze 2 und 3.

Nach dem Turnier bezog nun jeder sein Nachtlager in einem der Klassenräume. Als Unterlagen hatten wir genügend Matratzen und Decken, obenauf kam (logisch) der Schlafsack; so war die Schlafstelle beschaffen. Im großen und ganzen haben alle gut schlafen können. Gut aber kurz!

2.Tag (30.August)

Herr Rätsch entpuppte sich als 6 Uhr-Frühaufsteher, holte Brötchen vom nahegelegenen Bäcker, deckte den Tisch und als alles fertig war, weckte er die "Langschläfer" um 7.30 Uhr! Pünktlich 8 Uhr waren alle am Frühstückstisch versammelt.

Heute hatten wir etwas ganz besonderes geplant: Wir fahren nun endlich nach Ströbeck, dem berühmten Schachdorf! Seit vielen Jahren schon hatten wir eine Fahrt nach Ströbeck geplant, aber immer kam irgendetwas dazwischen. Nun soll der große Wurf gelingen! Am heutigen Morgen gesellten sich noch Marie Voss und Ihre Mutti, sowie Dennis Fritzsch mit Papa hinzu. Insgesamt waren wir also 13 Personen.

Alle wurden auf die vorhandenen 3 Autos aufgeteilt und pünktlich wie geplant verließen wir den Schulhof um 9 Uhr. Da wir nicht Kolonne fahren wollten, war der nächste Treffpunkt das Jugendgästehaus "Im Rehtal" in Derenburg.

Jugendgästehaus "Im Rehtal"

Die Fahrt ging über die A2 in Richtung Magdeburg, irgendwann dann auf die B81 in Richtung Halberstadt. Nun war es bis Derenburg nicht mehr weit. Nach dem alle angekommen waren, bezogen wir für eine Nacht unsere Zimmer. Im Anschluss gab es gleich Mittag. Auf dem Speiseplan stand Bulette mit Kartoffelpüree und Gemüse. Gestärkt verließen wir dann auch schon wieder unser Domizil, denn in der Ströbecker Schule, die seit 1986 den Namen des bisher einzigen deutschen Schach-Weltmeisters "Dr. Emanuel Lasker" (1868-1941) trägt, wurden wir Berliner bereits zum vereinbarten "Freundschaftskampf" erwartet.

Marie vor der Sekundarschule "Emanuel Lasker"

Zunächst begrüßte uns Frau Romann auf das Herzlichste und führte uns durch die Schule, in der seit 1823 Schach unterrichtet wird. Nebenbei ließ sie verlauten, dass diese bestehende Tradition stark gefährdet ist und voraussichtlich aus Mangel an Kinderstärke geschlossen werden soll! Dies war keine gute Nachricht. Spontan boten wir unsere Hilfe an, dieses Desaster auf unserer Homepage publik zu machen.

Beim Freundschaftsvergleich gab es eine Bedenkzeit von 15 Minuten. 2 Runden waren ausgemacht, und die Gegner wurden in Runde 2 getauscht. So kam es in der 1.Runde zu einem 7:1 Erfolg für die Berliner. In der zweiten Runde gab es dann nur noch einen 5:3 Erfolg. Zur Verteidigung der Ströbecker muss man allerdings hinzufügen, das einige der stärksten Ströbecker mit dem "Lebendschach" in der Tschechischen Republik unterwegs waren, und einige starke Schachspieler anderweitig verhindert waren. Aber was soll's! Wichtig war: Es hat allen Spaß gemacht!

 

Tristan (rechts) hat seine Partien alle gewonnen

Blick in den Schachraum...
Vorn (in weiß) spielt Ilya und holt auch 2/2

 
Nach der Schlacht auf den kleinen 64 Feldern, wurden auf dem Schulhof am Großfeldschachbrett noch die schweren Figuren geschoben (getragen). Sieger unbekannt.

Am Ende gab es noch ein gemeinsames Gruppenfoto der Ströbecker und Berliner.

Wir möchten uns hier noch mal bei allen Ströbeckern für ihre erwiesene Gastfreundschaft bedanken! Wir kommen sicher wieder!

Unser nächstes Ziel an diesem Nachmittag war das Schachmuseum in Ströbeck.

 

Nach 15 minutigem Spaziergang durch das hübsche Schachdorf kamen wir im Museum an. Es war wirklich interessant, was es da so alles zu sehen gab. Zum Beispiel die vielen Geschenke aus den verschiedensten Ländern. Es gab Schachspiele, Schachfiguren, Wimpel und Fotos. Aber auch der geschichtliche Hintergrund des Schachdorfes Ströbeck war sehr interessant. Die kleine Videovorführung "Lebendschach" war toll!

 

"Lebendschach" der Ströbecker

Betroffen machte uns die Gefährdung des Museums, welches untrennbar mit der Schachschule Ströbeck verbunden ist. Der Kommentar der Ströbecker: "Stirbt die Schule, stirbt das Museum!"

Für eine kurzweilige Führung durch das schöne Museum möchten wir uns noch mal ganz herzlich bei Herrn Cacek bedanken!

Wir hoffen, dass diese geschichtlich wichtige "Einrichtung" noch lange erhalten bleibt und dass die Landesregierung von Sachsen-Anhalt alles tut, um Museum und Schule zu erhalten.

Im Jugendgästehaus gab es am Abend ein reichliches Abendbrot. Nun war für jedermann Freizeit bis Ultimo angesagt. Die Jungen spielten Fußball, Tischtennis und Schach. Frau Voss und unsere kleine Marie gingen im Wald auf Beerensuche und sorgten somit für aller Leiblich-Wohl, denn Brombeeren gab es eine Menge. Drinnen im Speise-Kulturraum gab es nach Eintritt der Dunkelheit ein zünftiges Räuber-Rommé und knallhartes Tandemschach!

... die letzten kamen dann wohl so gegen 1.30 Uhr zur Ruhe.

3.Tag (31.August)

Nach dem Frühstück, dem Sachenpacken und Zimmerräumen spielten wir noch ein wenig Blitzschach. Draußen konnte man leider kein Fußball mehr spielen. Der Himmel war uns nicht gesonnen und sendete ständige Regenschauer auf uns hernieder. Somit war auch unser Plan, auf der Rückfahrt nach Berlin ein Freibad zu besuchen gescheitert. Aber wir hatten ja unsere liebe Frau Voss dabei ... Sie kennt sich in Halberstadt hervorragend aus und kannte natürlich auch ein tolles Erlebnisbad! Nachdem wir uns in dem Jugendgästehaus ehrlich gemacht hatten, ein jeder seinen Tagesverpflegungsbeutel erhalten und verstaut hatte, ging es an die Rücktour nach Berlin mit Zwischenhalt im Erlebnisbad "SEA LAND" in Halberstadt.

... außerhalb der Halle

... die Wasserrutsche innen

herrliches Baden im "SEA LAND"

... die Wasserrutsche von außen

Wir hatten das Erlebnisbad fast für uns alleine. 2 Sunden tummelten wir uns quietschvergnügt im herrlichen Wasser und rutschten x-mal eine irre, lange Wasserrutsche hinunter. Das Beste aber war der Whirlpool mit seiner fast 40° Wassertemperatur! Leider verging die Zeit wie im Fluge und wir mussten nun das herrliche Paradies verlassen. Draußen wurden dann noch die letzten Verpflegungsreserven verputzt. Nun hieß es "Ade Halberstadt", und es ging zurück nach Berlin.

In Berlin gab es dann wieder Freizeit, das gemeinsame Abendessen und anschließend haben wir uns noch im Jugendclub das Video "The best of Mister Bean" angesehen. Bis gegen 1 Uhr ging es dann noch in einem weiteren Tandemturnier heiß her!

Die 2.Nacht im Schlafsack war angesagt...

4.Tag (1.September)

Der Vormittag war nach dem Frühstück von den letzten beiden Jahresblitzturnieren (Runde 8 und 9) geprägt. Inzwischen wurde in der Küche von Herrn Rätsch Spagetti zubereitet, welche es dann mit leckerer, würziger Tomaten-Wurstsoße gegen 12.00 mittags gab. Bis 14 Uhr konnte wieder Freizeit genossen werden. Danach ging es an die Vorbereitung des Grillabends, an dem alle Eltern und die Vereinsmitglieder von Grün-Weiß, der Schulleiter, seine Sekretärin, der Hausmeister, das Reinigungspersonal und unser Vereinsvorsitzender der SG Grün-Weiß (Horst Bosse) und nicht zuletzt Vertreter der "fast-part GmbH" eingeladen waren. Viele Eltern haben köstliche Salate zubereitet. Dafür nochmals ein Dankeschön!

Ein Dankeschön auch an alle anderen Helfer, die beigetragen haben, dass dieser Abschluss-Grillabend wieder zu einem Höhepunkt wurde.

Der Höhepunkt überhaupt an diesem Abend war die Auszeichnung der Vereinsmeister im Normal-, Schnell- und Blitzschach der Jugend 2000/2001 und die weiteren Platzierungen. Neben Pokalen, Medaillen und Urkunden gab es noch reichlich viele Preise. Auch unseren neuen Mitgliedern (Francis, Ilja und Marie) wurden kleine Preise überreicht, für Einsatzbereitschaft oder Punktgewinne für unseren Verein!

Dass diese 4 Tage ein voller Erfolg werden konnten, ist vor allem auch unserem Schulleiter Herrn Hagesstange zu verdanken. Selbstlos und unbürokratisch überließ er uns für den Zeitraum die gesamte Schule!

Wo gibt es so was noch ?? Vielen, vielen Dank!

Michael Rätsch
Jugendwart