REISEBERICHT

Unsere alljährliche Saisonabschlußfahrt

der Kinder und Jugend
führte uns in diesem Jahr in das rund 50 km östlich von Berlin gelegene Buckow inmitten des Naturparks Märkische Schweiz.

1.Tag

Los ging es am Montag, dem 28.August. Zehn "Mannen", inklusive zwei Betreuer, trafen sich um 8.00 Uhr am S-Bahnhof Baumschulenweg. Dort nahm uns unser frischgebackener Vereinsmeister Gerhard Mietzelfeldt (Betreuer 1) die Gepäckstücke ab und fuhr mit dem Auto schon mal nach Buckow vor. Der Rest indes begab sich auf die S-Bahn mit unserem Jugendtrainer Michael Rätsch (Betreuer 2) nach Strausberg. Wiedermal obsiegte die Schnelligkeit eines Autos gegenüber der S-Bahn (ist aber bei weitem nicht immer so), denn Gerhard war schon in Strausberg, um uns mit dem Auto vom Bahnhof Strausberg nach Buckow zu pendeln. Gegen 11 Uhr waren wir alle bereits vor Ort.
Die Jugendherberge Buckow besitzt 106 Betten, vereilt auf das Haupthaus und 8 Bungalows. Nachdem wir unsere Zimmer und 10 von 106 Betten bezogen hatten, gab es schon um 12.00 Uhr Mittag. Fisch mit Kartoffelbrei stand auf dem Plan. Nach dem Essen wollten wir natürlich gleich Buckow ein wenig unsicher machen...

Buckow, eine idyllische Kleinstadt von 1800 Einwohnern, umgeben 7 eiszeitlich entstandene Seen und sanfte, bewaldete Hügel, die weitere Seen umschließen. Das günstige Klima empfahl bereits schon der Leibarzt von Friedrich Wilhelm IV. 1854 mit den Worten:"Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt."

Im Zentrum des Naturparks Märkische Schweiz liegt der Ort malerisch an den Ufern des Schermützelsees. Hügel, Wiesen, Moore, Seen und ausgedehnte Mischwälder prägen die Landschaft. Ansiedlungen sind hier etwa seit dem Jahr 850 belegt. Lebten die Bewohner des Ortes zuerst vorwiegend vom Hopfenanbau, machten sich die Buckower später als Rosenzüchter und -lieferanten einen Namen. Seit vor etwa 100 Jahren die Eisenbahn immer mehr Ausflügler brachte, nahm die touristische Entwicklung des Ortes ihren Aufschwung. Die reine Luft und das sanfte Klima ließen Buckow in den zwanziger Jahren zum bevorzugten Kur- und Badeort werden. Im Ort stehen neben Kurpensionen und Hotels eine onkologische Rehabilitationsklinik mit einem breiten Kneippkurangebot und einer Mutter-Kind-Kur-Einrichtung zur Verfügung.

Neben dem Besuch der alten evangelischen Kirche...

 

Mittelalterliche Wallfahrtskirche - stattlicher einschiffiger Backsteinbau des späten 13. bzw. der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts. Ursprünglich mit niedrigem eingezogenem Chor und ohne Westturm; dann spätgotisch und barock umgebaut. Mit Kanzelaltar, Taufe, Leuchter und Kelch.


... haben wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch den Buckower Schloßpark unternommen. Leider gibt es das Schloß nicht mehr. Als krönenden Abschluß gab es noch im Restaurant Fischerkehle einen schönen großen leckeren Eisbecher.
Nach dem Abendbrot um 18.00 Uhr war Fußball auf dem nahegelegenen Sport- und Spielplatz angesagt. Hier stand Spiel und Spaß im Vordergrund, welches sich im Resultat (keiner hat so richtig die Tore gezählt) niederschlug und man sich nach 90 Minuten auf Elfmeterschießen einigte. Wer hat gewonnen? - Keine Ahnung!
Gegen 21.00 Uhr waren alle soweit wieder hergestellt, dass man sich nun mit frischen Kräften "zauberhaften" Dingen widmen konnte; Märchenschach war angesagt!
Die Vorbereitungen trafen Tristan und Florian. Beide kannten sich im Märchenschach gut aus, haben sie es doch aus dem Sommerferienlager der DSJ in Waldeck mitgebracht. Allen hat es riesigen Fun gemacht. Wir können es nur weiterempfehlen! Ihr findet die "Regeln" auch in der Bröschüre "SCHACH MAL ANDERS" (Herausgeber ist Deutsche Schachjugend) unter der Bezeichnung ´Überraschungsturnier` auf Seite 41.
Nachtruhe war dann so gegen 23.00 Uhr.

2.Tag

Gegen 8.15 Uhr "tankten" wir in Form eines guten, ausgewogenen und kräftigen Frühstücks Energie für den bevorstehenden Tag. Ein wenig Kraft und Ausdauer war für unsere dreistündige Wanderung schon Voraussetzung. Es ging von Buckow durch die Wälder zum Galgenberg, weiter zum Schwarzen See, dann zum Luisenberg und zurück bis Buckow. Vom Stadtzentrum bis zur Jugengerberge musste Herr Rätsch unseren kleinen erschöpften Erik per Schulter nach "Hause" transportieren. Hatte er nicht genug gefrühstückt? Na ja, es waren ja nur noch ca. zwei Kilometer.
Zum Mittag gab es dann gefüllte Paprikachoten, und Erik hatte diesmal ordentlich eingeschaufelt, denn unseren Besuch im Buckower Kleinbahnmuseum von 15.00 bis 17.00 Uhr überstand er recht ordentlich.

 

Wussten Sie schon, dass Buckow eine über 100-jährige Eisenbahntradition hat? Am 26.Juli 1897 war die Einweihung einer dampfbetriebenen 750 mm-Schmalspurbahn zwischen Buckow und Dahmsdorf/Müncheberg.

Das war erst die Voraussetzung, dass sich Buckow zu einem touristischen Ausflugsziel entwickelte. Obwohl über viele Jahrzehnte der Besucherstrom ständig zunahm und viele Touristen und Einheimische die gut ausgelastete Strecke nutzten, verließ der letzte Zug den Bahnhof Buckow am 27.September 1998 um genau 20.02 Uhr. Die Deutsche Bahn AG stellte den regulären Eisenbahnverkehr auf der Buckower Kleinbahn endgültig ein!

Der "Eisenbahnverein ,MärkischeSchweiz´e.V." arbeitet daran, im Jahre 2001 den Eisenbahnverkehr auf der Buckower Kleinbahn in Form eines Museumsbahnbetriebes wieder aufzunehmen. Wir wünschen für dieses Vorhaben alles erdenklich Gute und drücken die Daumen... Jedenfalls war es sehr interessant, es gab viel Altes und Neues zu begutachten, und lehrreich war es allemal. Unser Besuch dauerte knappe 2 Stunden, die sich gelohnt haben!
Vor dem Abendbrot gab es noch 3 Mutige (Dennis, René und Herr Rätsch) am Weißen See zu bewundern. Sie stürzten sich in die herrlichen Fluten...
Nach dem Abendbrot war natürlich wieder Fußball angesagt. 2 volle Stunden harrten wir auf dem Platz aus. Es fielen abermals championsligaverdächdige Tore. Wären wir bei der Europameisterschaft dabei gewesen, ja Herr Ribbeck, dann hätte es durchaus zum Achtelfinale reichen können... Mal sehen, was am Samstag gegen Griechenland geht, aber Ruuudi wird´s schon richten!
Zum Tagesabschluss gab es ein zünftiges 1.Blitzturnier. Unsere Trainer erhielten 2 gegen 10 Minuten.

Hier die Tabelle 1.Blitzturnier
Nr.

Name

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Punkte
Platz
1

Dennis Fritzsch

x
0
1
0
1
0
0
0
0
1
3(3)
8.
2

Jens Hoffmann

1
x
1
0
1
0
0
0
0
0
3(4)
7.
3

René Brandt

0
0
x
0
1
0
0
0
0
=
1,5
9.
4

Florian Heims

1
1
1
x
1
0
1
1
1
1
8
2.
5

Tino Stöckel

0
0
0
0
x
0
0
0
0
0
0
10.
6

Michael Rätsch

1
1
1
1
1
x
1
1
1
1
9
1.
7

Erik Schneeweiß

1
1
1
0
1
0
x
0
0
0
4
6.
8

Ngoc Schneeweiß

1
1
1
0
1
0
1
x
1
1
7
3.
9

Tristan Stöckel

1
1
1
0
1
0
1
0
x
0
5
4.
10

Gerhard Mietzelfeldt

0
1
=
0
1
0
1
0
1
x
4,5
5.
 
3.Tag

Die ersten Kurzschläfer standen schon vor 7 Uhr auf der Matte oder besser unter der Dusche. Auch der Ort Buckow nahm ein "Bad"- es regnete unaufhörlich. Keine guten Aussichten, wollten wir doch heute eine Menge unternehmen. Um 8 Uhr gab es wie jeden Morgen ein ordentliches Frühstück. Da das Wetter uns für den Vormittag einen Strich durch die Rechnung machte, trafen wir uns alle nach dem Frühstück im Gemeinschaftsraum der Jugendherberge. Bis zum Mittag war Schachspaß angesagt: Vom "China - Schach" über "Welcher König erreicht als Erster die gegnerische Grundreihe"(ohne Schachbieten und aus der Originalausgangsstellung!) bis hin zum "Tandemschach" wurde der Vormittag sinnvoll ausgenutzt! Da wir alle zu Mittag schön aufgegessen hatten, besann sich der Wettergott und blies unversehens alle Wolken weg und stellte Klärchen in den Zenit. Das Resultat war Sonnenschein pur. Natürlich machten wir uns gleich auf den Weg zum nahegelegenen Strandbad Schermützelsee. Dort liehen wir uns 3 Ruderboote aus und begaben uns auf "hohe See". Es war wiklich ein wunderschöner gelungener Nachmittag, der auf dem Rückweg mit einer Stunde Baden am Weißen See seinen erfrischenden Abschluss fand. Diesmal traute sich auch Tino ins Wasser und schwamm allen davon! Auch am Abend hielt das prächtige Wetter an, so daß unserem Grillabend in der Herberge nichts im Wege stand. Nach Bratwurst mit Kartoffel- und Tomatensalat ging es auf dem Fußballplatz wieder heiß her. René und Gerhard versuchten sich im Tischtennis, wobei der "Angeber" (René) gegen den "Bescheidenen" (Gerhard) den kürzeren zog!
Um 21 Uhr traf sich die "Schachelite" zum 2.Blitzturnier.

Hier die Tabelle 2.Blitzturnier
Nr.

Name

1
2
3
4
5
6
7
8
9
Punkte
Platz
1

Michael Rätsch

x
1
0
1
1
=
0
1
1
5,5
3.
2

Dennis Fritzsch

0
x
0
1
0
0
1
=
=
3
6.
3

Florian Heims

1
1
x
1
=
0
1
1
1
6,5
1./2.
4

Jens Hoffmann

0
0
0
x
0
1
1
1
1
4
5.
5

Ngoc Schneeweiß

0
1
=
1
x
1
1
1
1
6,5
1./2.
6

Tristan Stöckel

=
1
1
0
0
x
0
1
1
4,5
4.
7

Tino Stöckel

1
0
0
0
0
1
x
=
0
2,5
7.
8

René Brandt

0
=
0
0
0
0
=
x
=
1,5
9.
9

Gerhard Mietzelfeldt

0
=
0
0
0
0
1
=
x
2
8.

Endlich war das Blitzturnier zu Ende. Die Uhr zeigte eine Stunde vor Mitternacht an, höchste Zeit für unsere geplante Nachtwanderung

die schon mit viel Vorfreude herbeigesehnt wurde... Es ging über mehr als 9 Km rund um den Schermützelsee bei stockdunkler Nacht. Natürlich gab es viele Einlagen, die den Rahmen des Berichtes sprengen würden. Jedenfalls sind alle heil, trocken und erschöpft gegen 1.00 Uhr auf leisen Sohlen im Bett gelandet.

4.Tag

Weckzeit war 7.00 Uhr, wollten doch einige noch Duschen, mussten doch auch die Taschen gepackt, die Zimmer gesäubert und bis 9.00 Uhr geräumt werden. Hat alles prima bis zum Frühstück geklappt. Bis gegen 10 Uhr spielten wir alle nochmals Tandem. Nun kam der letzte Höhepunkt unserer Schachfahrt: Lisa und Else (zwei prächtige Pferdedamen) standen vor der Jugenderberge, um uns eine Stunde durch die Buckower Umgebung zu kremsen. Leider war es regnerisch und trübe an diesem Morgen; sicherlich, weil Buckow traurig war, dass wir nach dem Mittag abreisen mussten.

Aber
Buckow freu Dich doch, wir kommen sicher wieder!